Über die Heinrich Enrique Beck-Stiftung

Die Heinrich Enrique Beck-Stiftung mit Sitz in Basel ist eine Stiftung des Schweizerischen Rechts. Stifterin war Frau Ines (Agnes) Beck, geborene Löwenstein, genannt Leuwen, Witwe des Dichters Enrique Beck.
 

Ines Leuwen starb kurz nach der Errichtung der Stiftung, die sie testamentarisch zu ihrer Alleinerbin eingesetzt hatte. Die Stiftung wurde am 17. Juni 1976 in das Handelsregister des Kantons Basel-Stadt eingetragen. Ihr Zweck besteht in der Vervielfältigung und Verbreitung der Werke des 1974 verstorbenen Dichters Enrique (Heinrich) Beck, mit Einschluss seiner Übersetzungen der Werke des spanischen Dichters Federico Garcia Lorca und in der Veröffentlichung der für sein Leben wichtigen Akten. Die Stiftung wird verwaltet von einem 4-köpfigen Stiftungsrat.
 

Durch die Erbschaft gelangte die Stiftung in den Besitz der Urheberrechte an den Werken von Enrique Beck. Hierzu gehörte auch das Nutzungsrecht an den deutschsprachigen Übersetzungen der Werke Lorcas, soweit sie von Enrique Beck stammen. Zudem übernahm die Stiftung als Erbin die Rechte am Nachlass des Stiefvaters von Ines (Agnes) Beck, des Schriftstellers Carl Sternheim, deren Verwaltung sie besorgt.
 

Enrique (Heinrich) Beck wurde am 12.2.1904 in Köln als Kind jüdischer Eltern geboren. In Hannover, wohin die Familie übergesiedelt war, gehörte Beck im Jahre 1933 einer politischen Widerstandsgruppe an, die ein illegales Blatt herausgab. Beruflich betätigte er sich als Reklameberater. Zufolge Verrats von Verhaftung durch die geheime Staatspolizei bedroht, floh Beck noch 1933 in die Schweiz, wo er zunächst keine Aufnahme fand. Seine weitere Flucht führte ihn nach Spanien. Er liess sich in Barcelona nieder.
 

Während des Bürgerkriegs schloss er sich den Republikanern an, für die er auch agitatorisch tätig wurde. 1938 verliess er Spanien und suchte erneut Asyl in der Schweiz, das ihm diesesmal dank der Hilfe seiner späteren Frau gewährt wurde. Von der Fremdenpolizei mit einem Arbeitsverbot belegt, lebte Beck in Basel in kümmerlichen Verhältnissen. Er war auf die Unterstützung durch eine Flüchtlingshilfsstelle angewiesen, die sehr kärglich ausfiel. Für die deutschsprachige Aufführung eines Lorca-Stücks am Schauspielhaus Zürich im Jahre 1944 bedurfte es noch einer fremdenpolizeilichen Bewilligung. Eine spürbare Erleichterung seiner Lebensumstände erbrachte erst seine Einbürgerung in Basel im Jahre 1959. Kurz darauf heiratete er auch seine Freundin und Beschützerin Ines Leuwen.
 

Noch in Spanien hatte er angefangen, Gedichte des spanischen Dichters Federico Garcia Lorca, die ihn begeistert hatten, ins Deutsche zu übertragen. Die Übersetzungsarbeit setzte er auch in der Schweiz fort. Er erreichte durch den in New York lebenden Bruder des spanischen Dichters das Alleinrecht zur Veröffentlichung seiner deutschen Übersetzungen, an denen er bis zu seinem Tod am 16. September 1974 in Basel arbeitete.
 

Die Lebensgeschichte Enrique Becks schildert Sibylle Rudin-Bühlmann in ihrem Buch “Enrique Beck. Ein Leben für Garcia Lorca, Exil in Spanien und der Schweiz” (Pendo-Verlag, Zürich, 1993, mit einem Werkverzeichnis des Dichters).